Geschichte der Bereitschaft Wemding

 Das BRK gibt es seit dem Jahr 1897. Leider war nirgends mehr festzustellen, wann auf den Tag genau unsere Wemdinger Frauen die Gründung "ihres" Rot-Kreuzvereins feiern konnten. Ein erster schriftlicher Nachweis über die Gruppe findet sich im Wochenblatt vom 17. Dezember 1898. Hiernach bestand dieser "Bayerische Frauenverein unter dem Roten Kreuz" damals schon.

 

Diese Einrichtungen kamen auf Anregung der Königin Marie in Bayern im Jahre 1869 zustande. Sie rief damals den "Vaterländischen Frauenverein" vom Roten Kreuz ins Leben. Landauf, landab entstanden in den darauffolgenden Jahren örtliche Zusammenschlüsse und irgendwann einmal wurde auch in Wemding die Idee zur Gründung einer solchen Organisation geboren und in die Tat umgesetzt.

 

Die ersten Mitglieder bestanden überwiegend aus Frauen der damaligen "Lokalprominenz". Sie sahen ihre Hauptaufgabe nicht so sehr im sanitätsdienstlichen Bereich, sondern vielmehr auf sozialem Gebiet, d.h. bei der Unterstützung Notleidender und Bedürftiger. So führten sie u. a. unter Vorstand Frau Assessor Bräutigam an Arme und Kranke Christbescherungen durch. Alljährlich sind diese Personen zu Weihnachten mit kleinen Geschenken bedacht worden. Darüberhinaus fanden Wohltätigkeitsveranstaltungen mit Konzert- und Theateraufführungen statt. Bekannte Vertreter unserer Heimatstadt stellten sich hierfür zur Verfügung.

 

Man kann somit uneingeschränkt sagen, dass unsere Frauen den Gedanken des Dienstes am Nächsten in der Hilfsorganisation Rotes Kreuz vor den Männern in die Tat umsetzten. Die hatte jedoch auch historische Ursachen. So gab es in Wemding lange Zeit keine eigene Rotkreuzeinheit. Der Sanitätsdienst, wie wir ihn heute kennen, war Teil der Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren. Hier bestand eine Unterabteilung in der die "Sanitäter" ursprünglich organisatorisch eingegliedert waren. Als sogenannte "Sanitätsrotten" deckten sich ihre damaligen Aufgaben im wesentlichen mit den heutigen. Nicht nur bei Bränden, sondern auch bei anderen Noteinsätzen waren sie eine unentbehrliche Hilfe. Bis zu einer eigenen Rotkreuzgemeinschaft war es jedoch ein weiter Weg.